Am Morgen
- Erstellungsjahr:
- 2024
- Technik / Medium:
- Acryl
- Träger:
- Acryl
- Thema:
- Natur / Landschaft / Atmosphäre
- Größe:
- 40 × 28 cm
In „Am Morgen“ versuche ich den Moment einzufangen, in dem die Nacht langsam dem Tag weicht – diesen Zwischenzustand, in dem noch alles möglich scheint. Mich interessiert der Übergang: das Erwachen von Licht, Erinnerung und Gefühl, bevor Formen und Gedanken wieder klar werden.
Die Komposition entstand Schicht für Schicht – aus gedämpften Grün-, Grau- und Rosatönen, die sich behutsam aus der Dunkelheit lösen. Feine Linien ziehen sich durch die Fläche wie Spuren einer Wirklichkeit, die erst im Entstehen begriffen ist. Ich wollte, dass das Bild atmet, dass es sich langsam öffnet, so wie der Morgen selbst.
Beim Malen ging es mir um die Spannung zwischen Auflösung und Formung. Die Farbflächen sind für mich wie Schichten des Bewusstseins – noch nicht voneinander getrennt, sondern in Bewegung, im Übergang. In diesem Zustand liegt für mich eine besondere Ruhe und gleichzeitig eine leise Erwartung: der Moment, bevor etwas Neues Gestalt annimmt.
„Am Morgen“ ist für mich ein Bild des Innehaltens. Es erzählt von Verwandlung und von der stillen Hoffnung, die im ersten Licht liegt. Kuratorisch sehe ich es im Themenfeld „Zeit und Übergang“ – dort, wo das Sichtbare und das Unsichtbare, das Vergangene und das Kommende ineinanderfließen.
Ich wollte kein Abbild malen, sondern einen Zustand fühlbar machen – den Augenblick, in dem das Licht sich zum ersten Mal zeigt und die Welt, für einen Moment, ganz still wird.