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Archiv der Unschuld

Erstellungsjahr:
2025
Technik / Medium:
Acryl, Mischtechnik, Collage auf Leinen
Träger:
Leinen
Größe:
60 × 80 cm

Mit „Archiv der Unschuld“ lege ich Erinnerung und Kulturgeschichte übereinander und forme daraus ein vieldeutiges Tableau. Im Zentrum sitzt ein roter Teddybär – für mich ein Bild von kindlicher Geborgenheit. Um ihn herum durchziehen kunsthistorische Fragmente den Raum: Körperstudien, Köpfe, architektonische Splitter, Spuren von Wissen und Bildern, die sich in unser Sehen einschreiben. Hinter dem Bären erhebt sich eine schemenhafte, farbig modulierte Figur, deren Konturen zwischen Präsenz und Auflösung schwanken.

Mich interessiert die stille Spannung zwischen privater und kollektiver Erinnerung. Der Bär wirkt für mich wie ein emotionaler Anker inmitten eines intellektuellen Archivs – ein Rest Unschuld in einer Welt, die von Symbolen, Zitaten und Bedeutungen überlagert ist. Die zarte Materialität aus Farbe, Papier und Druckfragmenten macht diese Fragilität sichtbar: Erinnerung bleibt nie unverändert, sie ist immer Schichtung, Verschiebung, Spur.

Mit diesem Werk führe ich meine Untersuchung von Erinnerung, Identität und kultureller Sedimentation weiter – an der Schnittstelle von Collage und Malerei, mit einem installativen Denken im Bildraum. Es ist auch eine Selbstbefragung: Wie kann ich persönliche Empfindung und kulturelles Erbe in einem einzigen Bildraum zusammenhalten? Der Dialog zwischen dem naiv-kindlichen Motiv und den kunsthistorischen Zitaten wird für mich zu einer Reflexion über Lernen, Bewahren und Verlieren – und zu einer Meditation über die Macht und Zerbrechlichkeit der Bilder.