Begegnung mit dem Spiegel
- Erstellungsjahr:
- 2025
- Technik / Medium:
- Acryl
- Träger:
- Papier
- Größe:
- 28 × 42 cm
In „Begegnung mit dem Spiegel“ geht es mir um das Innehalten – um den Moment, in dem man sich selbst gegenübertritt, ohne zu wissen, wer wen eigentlich anschaut. Zwei Figuren stehen in einem undefinierten, grauen Raum. Die eine beugt sich nach vorne, als würde sie in ein Spiegelbild oder in eine andere Wirklichkeit blicken. Die andere steht dahinter, still, wie ein Schatten oder Echo.
Ich wollte eine Szene schaffen, die reduziert ist auf das Wesentliche: Farbe, Geste, Präsenz. Das Rosa der Körper ist durchscheinend, verletzlich, fast körperlos. Sie wirken, als existierten sie zwischen Erinnerung und Gegenwart, als Fragmente eines inneren Dialogs. Für mich ist dieses Werk weniger ein Abbild als eine seelische Situation – eine Bühne der Selbstbegegnung.
Beim Malen interessierte mich die Spannung zwischen Nähe und Distanz. Der Spiegel wird dabei nicht als Gegenstand verstanden, sondern als Zustand – als Raum, in dem Wahrnehmung, Erinnerung und Zweifel ineinanderfließen. Ich frage mich oft: Wo endet das Bild, und wo beginne ich?
Mit diesem Werk bewege ich mich im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion.
„Begegnung mit dem Spiegel“ gehört für mich thematisch in den Zyklus „Selbstbild und Wahrnehmung“. Ich sehe es als Versuch, die fragile Grenze zwischen Selbstbeobachtung und Selbstverlust sichtbar zu machen. Der Spiegel steht dabei für das, was uns trennt – und gleichzeitig für das, was uns erkennen lässt.
Das Bild ist still, aber nicht ruhig. Es erzählt von Melancholie und Klarheit zugleich – von dem Augenblick, in dem man sich selbst sieht und spürt, dass das Bild, das man erkennt, sich im nächsten Moment wieder verändert.