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Der Bahnweg Markt Indersdorf l

Erstellungsjahr:
2021
Technik / Medium:
Acryl, Collage, Mixed Media, Pastellkreiden
Träger:
Leinwand
Thema:
Landschaft, Markt Indersdorf
Größe:
70 × 90 cm

Dieses Werk aus dem Jahr 2021 wirkt wie ein Schlüsselstück in der Entwicklung von mir – es verbindet frühe texturale Experimente mit dem späteren konzeptuellen Denken in Schichten, Systemen und Bewegungen. Es zeigt bereits jene „räumliche Vielstimmigkeit“, die meine Malerei ab 2023 zunehmend prägt.

In „Der Bahnweg Markt Indersdorf I“ transformiere ich meine regelmäßige Wegstrecke in ein vielschichtiges visuelles System aus Farbe, Textur und Bewegung.

Das Werk entfaltet sich als Collage von Spuren, Linien und Fragmenten, die sich zu einer rhythmischen Topografie verweben.

Die Komposition ist zugleich kartografisch und emotional:

Eine helle, bläuliche Zone öffnet den Raum nach oben, während erdige und grüne Flächen auf das Bodenhafte, das Gehen, verweisen.

Darüber legen sich rote, violette und schwarze Linien, die wie Erinnerungsfäden oder Routen einer Bewegung wirken. Der Ort wird nicht abgebildet – er entsteht im Akt des Sehens.

So verwandelt sich der Bahnweg in ein Sinnbild des Übergangs zwischen Ort und Wahrnehmung, Bewegung und Stillstand, Realität und Gedächtnis.

„Der Bahnweg Markt Indersdorf“ markiert in der Ausstellung „Systeme der Bewegung“ den Beginn der topografischen Phase.

Hier entsteht erstmals jene Verbindung von Ort, Linie und Bewegung, die sich in späteren Arbeiten – etwa „Topografische Studie (Linienfeld II)“ oder „Stratifizierung“ – weiterentwickelt.

Kuratorisch eignet sich das Werk als Eröffnungsbild oder Prolog des Zyklus:

Es führt den Betrachter in das zentrale Thema der Serie ein – die Transformation realer Bewegung in malerische Struktur.