Der Baum der Stadt
- Erstellungsjahr:
- 2022
- Technik / Medium:
- Collage, Acryl, Zeitung, Drucke
- Träger:
- Leinwand
- Größe:
- 100 × 100 × 3 cm
Der Baum der Stadt“ verbindet Architektur und Natur zu einer einzigen, hybriden Form.
Aus einem Fundament aus Gebäuden, Straßen und Monumenten wächst ein gewaltiger Baumstamm empor, dessen Wurzelwerk aus urbanen Strukturen besteht.
Die Baumkrone, zusammengesetzt aus Zeitungsseiten und farbigen Papieren, trägt Früchte und Fragmente – Symbole menschlicher Schöpfung, Konsum und Erinnerung.
In der Mitte des Stammes verschmelzen Figuren, Skulpturen und architektonische Elemente zu einem dichten Relief, das an Mythen, Geschichte und Macht erinnert.
Darüber entfaltet sich das Blätterdach wie eine mentale Sphäre – der Baum als Denkraum, als Träger kollektiver Erfahrung. Das Werk ist zugleich utopisch und kritisch:
Der Baum wächst aus der Stadt, aber er trägt ihre Fragmente in sich – ein Sinnbild für das Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Verwurzelung, Natur und Zivilisation.
Die Farbigkeit – dominantes Grün, warme Brauntöne, gebrochenes Grau – unterstreicht die Ambivalenz: Hoffnung und Erosion, Neubeginn und Erinnerung.
„Der Baum der Stadt“ gehört zur Werkgruppe Strukturen und Mythen (2020–2022).
Es markiert den Übergang von der analytischen Materialcollage hin zur symbolisch aufgeladenen Bildarchitektur. Das Werk kann als visuelle Manifestation der Frage gelesen werden: Wie wachsen wir in unseren eigenen Konstruktionen?