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Fantasy Island

Erstellungsjahr:
2024
Technik / Medium:
Acryl, Marker,
Träger:
Leinwand
Größe:
130 × 150 cm

„Fantasy Island“ ist für mich ein Ort zwischen Traum, Erinnerung und Mythos. Beim Malen wollte ich eine Landschaft erschaffen, die nicht greifbar ist – ein Raum, in dem sich Formen, Körper und Farben wie Erinnerungen im Schwebezustand begegnen.
Aus dem leuchtenden Grün und Blau tauchen langgestreckte, transluzente Gestalten auf: sie tanzen, liegen, dehnen sich, lösen sich wieder auf. Ich sehe sie als Energieformen – halb sichtbar, halb verschwunden – als Spiegel innerer Bewegungen.

Ich arbeite in Schichten. Farbe, Übermalung, Transparenz und Fragment verbinden sich zu einem Geflecht, das für mich wie eine psychogeografische Landkarte funktioniert: eine Struktur aus Gefühl, Erinnerung und Moment.
Die Oberfläche trägt Spuren des Entstehens und Verschwindens – jedes Durchscheinen ist Teil eines Prozesses, kein Zustand.

Das Bild bewegt sich für mich zwischen Leichtigkeit und Unruhe. Es zeigt einen Raum, der paradiesisch wirken mag, aber zugleich fragil bleibt – eine Insel, die existiert, solange man sie betrachtet.

Mit „Fantasy Island“ setze ich mich mit dem Körper als Träger von Erinnerung, Sehnsucht und Projektion auseinander.
Mich interessiert der Körper nicht als Form, sondern als Resonanzraum – als etwas, das sich im Dialog mit Farbe, Rhythmus und Emotion ständig verwandelt.

Gleichzeitig prägt mich das Denken des Informel, das den Moment und die Spur in den Mittelpunkt stellt.
Meine Figuren schweben zwischen diesen Polen: zwischen Struktur und Auflösung, zwischen Erotik und Metapher, zwischen Mythos und Alltag.

Der Titel „Fantasy Island“ spielt bewusst mit der Idee des Paradieses – jener Sehnsuchtsorte, die wir in uns tragen, obwohl wir wissen, dass sie flüchtig sind. Für mich ist diese Insel kein Ort der Flucht, sondern ein Zustand: ein Übergang zwischen Realität und Vorstellung, zwischen Mensch und Natur, zwischen Körper und Geist.