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Gerechtigkeit / „MAKE LOVE NO WAR“

Erstellungsjahr:
2024
Technik / Medium:
Acryl, Kleber, Collage, Pastellkreiden
Träger:
Leinwand
Thema:
Emotion, Reflexion, Gerechtigkeit
Größe:
60 × 80 cm

Mit „Gerechtigkeit“ formuliere ich für mich einen Aufruf zum Mitfühlen und Mitdenken – ein Bild, das aus dem Bedürfnis entsteht, Empathie in einer zerrissenen Welt sichtbar zu machen.

Ich verbinde hier Malerei, Collage und Schrift zu einem vielschichtigen Gefüge, das sich zwischen Text und Bild, Chaos und Ordnung, Emotion und Reflexion bewegt. Im Zentrum steht ein handgeschriebener Text in roter Farbe. Für mich ist er zugleich persönlich und öffentlich – wie ein innerer Monolog, der sich in eine Rede verwandelt, wie ein Gebet und ein Appell zugleich.

Der Satz „MAKE LOVE NO WAR“ zieht sich bewusst als wiederkehrendes Element durch das Bild. Ich verstehe ihn als Mahnung, als Haltung, als etwas, das sich gegen die Härte der Welt stellt. Rund um diesen Kern entsteht ein dichtes Netz aus Fragmenten: geometrische Formen, skizzenhafte Figuren, Regenbögen, Schmetterlinge und organische Strukturen. Alles ist in Bewegung, alles steht miteinander in Beziehung.

Die nackte Figur am rechten Rand ist für mich ein wichtiges Element. Sie steht für Verletzlichkeit, für Offenheit, für die Möglichkeit, sich trotz allem zu zeigen. Das Regenbogenband, das sie umgibt, sehe ich als Zeichen von Vielfalt und Hoffnung – als Gegenpol zur Schwere des Hintergrunds.

Mich interessiert in diesem Werk besonders die Spannung zwischen Ideal und Wirklichkeit.
Die feinen, fast poetischen Details treffen auf eine raue, teilweise rohe Oberfläche.
Die Collage-Elemente erinnern bewusst an Plakate, Notizen, Spuren im öffentlichen Raum – als würde sich das Bild aus einer Realität speisen, die politisch, widersprüchlich und fragmentiert ist.

Mit „Gerechtigkeit“ bewege ich mich in einem Feld, in dem Schrift, Symbol und Malerei miteinander verschmelzen. Ich sehe meine Arbeit hier in einem Dialog mit Positionen, die sich mit Geschichte, Verantwortung und gesellschaftlicher Realität auseinandersetzen.

Der Regenbogen wird für mich zum bewussten Gegenzeichen – eine Spur von Licht im Material, ein sichtbares Zeichen von Hoffnung innerhalb einer komplexen, oft dunklen Bildwelt.

Dieses Werk ist für mich kein stilles Bild. Es spricht. Es stellt Fragen, es fordert heraus, es bezieht Position. Ich verstehe den Bildraum als einen ethischen Resonanzraum, in dem sich Kunst und Gewissen begegnen.

„Gerechtigkeit“ steht für mich an einem zentralen Punkt meines Arbeitens – dort, wo sich meine Themen bündeln: Mensch und System, Individuum und Gemeinschaft, Sprache und Bild.
Am Ende ist dieses Werk für mich Bekenntnis, Anklage und Vision zugleich.