Mechanik der Erinnerung
- Erstellungsjahr:
- 2025
- Technik / Medium:
- Acryl
- Träger:
- Leinen
- Größe:
- 60 × 90 cm
Mit „Mechanik der Erinnerung“ formuliere ich ein Manifest der Verbindung: zwischen Denken und Fühlen, Technik und Natur, Erinnerung und Gegenwart.
Ich baue ein komplexes, vielschichtiges Geflecht aus Zeichen, Symbolen und Schrift – wie ein visuelles Gedächtnissystem, das sich zwischen technischer Präzision und poetischer Intuition bewegt. Ein pulsierender Rhythmus trägt die Komposition: Linien winden sich wie elektrische Ströme, Formen überlagern sich, und aus dem Grau- und Gelbspektrum treten Worte hervor, die für mich zugleich semantische und emotionale Anker sind.
Fragmente wie „LOVE IS IN THE AIR“, „ONE NATURE“, „DING DONG“ oder „PEACE“ tauchen auf wie neuronale Impulse – Erinnerungsreste einer kollektiven Erfahrung. Diese Wörter geben dem Bild eine fast musikalische Struktur: ein Oszillieren zwischen Mensch, Natur und Maschine.
Mich interessiert dabei weniger eine erzählte Erinnerung als die Mechanik des Erinnerns selbst. Ich zeige ein System, das sich ständig neu formt, verdichtet, löst und wieder verbindet. Gedächtnis erscheint als dynamischer Prozess – geprägt von Wiederholung, Schichtung und Resonanz.
Die technische Ästhetik von Schaltkreisen, Zahnrädern oder Diagrammen setze ich als Spiegel des menschlichen Geistes in einer digitalen Welt. So wird das Werk für mich zu einem Kommentar über die Schnittstelle zwischen Emotion und Algorithmus, zwischen biologischer Erinnerung und maschinellem Gedächtnis.
Ich verstehe „Mechanik der Erinnerung“ als poetisches Schema des Bewusstseins. Erinnerungen und Gedanken existieren für mich nicht linear, sondern zyklisch und vernetzt. „Love“, „Nature“ und „Peace“ erscheinen dabei wie Signale aus einem universellen Speicher – wiederkehrende menschliche Konstanten im Rauschen der Zeit.