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Orbit

Träger:
Leinen
Technik / Medium:
Acryl auf Leinwand, signiert
Erstellungsjahr:
2023
Größe:
40 × 60 cm

Mit „Orbit“ reduziere ich Malerei auf ihre elementarsten Bestandteile: Linie, Bewegung, Energie. Auf tiefschwarzem Grund entsteht ein Netz aus hellblauen Linien, das wie Lichtbahnen wirkt – Spuren einer unsichtbaren Dynamik. Aus der Verdichtung dieser Linien formt sich ein Kreis: eine Umlaufbahn, ein Zentrum der Schwingung, zusammengehalten von innerem Zug.

Diese Linien sind für mich nicht einfach gezeichnet. Ich kratze sie ein, taste sie ab, erkämpfe sie mir – als körperliche Geste, die sich direkt in die Oberfläche einschreibt. So entsteht eine Malerei, die weniger das Sichtbare abbildet als das Energiegefüge hinter der Form freilegt. Mich trägt dabei die Spannung zwischen dem Dunkel der Fläche und dem Licht der Bewegung – zwischen Materie und Vibration.

Ich verstehe die Linien nicht als bloßen Ausdruck, sondern als Systeme der Bewegung: Manifestationen eines inneren Rhythmus. „Orbit“ ist für mich deshalb kein statisches Bild, sondern eine zeitliche Struktur, ein Resonanzfeld. Der Betrachter soll den Bewegungsverlauf spüren, sich in den Kreislauf hineinziehen lassen.

Im Katalog Systeme der Bewegung ordne ich „Orbit“ dem Kapitel „Energie und Struktur“ zu. Das Werk markiert für mich einen Übergang: von den expressiven Schichtungen früherer Arbeiten („Die Spur“, „Stratifizierung“) hin zu kontrollierteren, zeichnerischen Feldern späterer Werke („Interferenz“, „Visus“). Hier wird Bewegung in meiner Arbeit zunehmend zur Form des Denkens – zu einer abstrakten, aber hoch aufgeladenen Sprache innerer Dynamik. „Orbit“ ist damit ein Schlüsselwerk: eine Meditation über Bewegung als Kreislauf und über Energie, die sich in Wiederholung verdichtet.