Stilles Feld
- Erstellungsjahr:
- 2025
- Technik / Medium:
- Acryl
- Träger:
- Leinwand
- Thema:
- Landschaft, Balance
- Größe:
- 80 × 80 × 3 cm
In „Stilles Feld“ versuche ich, eine Atmosphäre zu schaffen, die von leiser Spannung und tiefer Ruhe getragen ist. Es gibt keine klare Figur, keinen Horizont – und doch entsteht für mich eine Art Landschaft. Eine innere Landschaft, die sich weniger zeigt als vielmehr spüren lässt.
Ich arbeite hier Schicht für Schicht mit Grün-, Grau- und zarten Brauntönen.
Durch dieses Übereinanderlegen entsteht eine Fläche, die für mich beginnt zu atmen. Bewegung und Stillstand lassen sich nicht mehr klar voneinander trennen. Die horizontalen Farbbahnen empfinde ich wie Spuren – wie Wind über Gras oder Wasser, wie ein Rhythmus, der an Atem oder Herzschlag erinnert.
Der Blick darf sich verlieren, aber er findet gleichzeitig Halt in der Struktur.
Genau dieses Gleichgewicht interessiert mich: zwischen Tiefe und Fläche, zwischen Orientierung und Auflösung. Das Bild ist nicht dafür gemacht, schnell erfasst zu werden. Es verlangt Zeit, ein langsames Eintauchen.
Für mich ist „Stilles Feld“ eine Meditation in Farbe.
Ich versuche, Stille sichtbar zu machen – nicht als Leere, sondern als Zustand.
In der Reduktion liegt für mich eine besondere Kraft, in der Weite auch etwas Tröstliches.
Psychologisch gesehen empfinde ich das Bild als einen Moment nach dem Sturm – einen Zustand von Balance, in dem sich etwas gesetzt hat. Es geht um Ankommen, um Akzeptanz, um eine Form von innerer Einkehr.
Die vielen Abstufungen von Grün stehen für mich auch in Verbindung mit dem Gedanken des Wabi Sabi: dem Annehmen des Unvollkommenen, dem Wertschätzen des Flüchtigen, dem Erkennen von Schönheit im Vergänglichen.
Ich sehe „Stilles Feld“ als ein zentrales Werk innerhalb meiner Werkgruppe „Innere Landschaften“. Es markiert für mich einen Schritt weg vom Erzählerischen hin zu einem kontemplativen Ausdruck.
Hier geht es nicht mehr um äußere Motive, sondern um Wahrnehmung selbst.
Um das, was entsteht, wenn ich beginne, mich auf das Wesentliche zu reduzieren.
Das Bild zeigt für mich, dass Emotion nicht zwingend an Figuren gebunden ist.
Sie kann auch als reine Empfindung in der Malerei existieren – leise, offen und dennoch präsent.