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Stimmen im Dunkel bla, bla, bla

Träger:
Leinwand
Technik / Medium:
Acryl
Erstellungsjahr:
2024
Größe:
130 × 150 cm

Mit „Stimmen im Dunkel (Bla bla bla)“ mache ich das kollektive (Un-)Bewusstsein sichtbar: eine Bühne, auf der das Menschliche zwischen Komik und Katastrophe balanciert. In der Überfülle des Bildes steckt für mich die Wahrheit der Gegenwart: Alles redet. Niemand hört zu.

Auf einem tiefschwarzen Grund verdichte ich Gesichter, Fratzen, Zeichen und Farbfelder zu einem vielstimmigen Geflecht. Rot, Grün, Rosa und Violett prallen aufeinander, Linien schneiden sich, Figuren tauchen auf, verschwinden, verschmelzen wieder. Ich folge keiner klassischen Ordnung, sondern einem inneren Rhythmus des Chaos – als würde das Bild selbst sprechen, murmeln, lachen, toben. Es entsteht ein Chor aus Blicken, Schreien und Gesten: beunruhigend und gleichzeitig lebendig.

Mich interessiert dabei die psychische Vielstimmigkeit: Angst, Wut, Überforderung, aber auch Neugier, Vitalität und Trotz. Der dunkle Raum wird für mich zum Unbewussten, aus dem all diese Stimmen aufsteigen. Innen und Außen, Individuum und Masse geraten ins Rutschen – Identität erscheint als etwas Fragmentiertes, das durch Lärm zerrissen und zugleich angetrieben wird.

Das „Bla bla bla“ ist bewusst ironisch. Es steht für den Überfluss an Kommunikation, für das permanente Rauschen, für die zarte Verrücktheit der Wahrnehmung – und auch für den kreativen Wahn, ohne den Kunst und Denken nicht existieren. Trotz der visuellen Überforderung ist das Werk für mich kein Abgrund, sondern ein Ventil: Malerei als Befreiung und Transformation.

Überlagerung, Bruch, absurder Dialog. Ich übersetze diese Energien in meine eigene Sprache – mit Humor, sozialer Reibung und kontrolliertem Kontrollverlust.

Im Zyklus „Kommunikation und Chaos“ verstehe ich Bewegung nicht körperlich, sondern sozial und psychologisch: als Strömung von Gedanken, Stimmen und Identitäten. Das Bild ist laut, schrill, widersprüchlich – und genau darin für mich zutiefst gegenwärtig: ein Dunkelraum voller Energie, Ironie und leiser Tragik.