Überlagerung
- Erstellungsjahr:
- 2024
- Technik / Medium:
- Acryl, Spray, Pastellkreiden, Collage
- Träger:
- Leinwand
- Thema:
- Fragmente, Überlagerungen
- Größe:
- 140 × 160 cm
In „Überlagerung“ arbeite ich mit einem vielschichtigen Zusammenspiel aus Malerei, Zeichnung, Schrift und Spur. Für mich entsteht hier kein lineares Bild, sondern ein offenes Gefüge – ein Raum, in dem sich unterschiedliche Ebenen gleichzeitig zeigen.
Ich baue die Oberfläche bewusst schichtweise auf.
Farbe, Linien, Figuren und Fragmente überlagern sich, werden teilweise verdeckt und bleiben dennoch sichtbar. Mich interessiert genau dieser Zustand – ein immer wieder überschriebenes Bild, in dem Vergangenes nicht verschwindet, sondern Teil des Neuen bleibt.
Die Körper, Gesichter und Silhouetten tauchen auf und lösen sich wieder auf. Sie sind für mich Träger von Erinnerung, von Erfahrung, von inneren Bildern.
Durch Konturen und transparente Farbschichten verbinde und trenne ich sie zugleich. Die wiederkehrenden Blau- und Ockertöne erzeugen eine Spannung, die ich selbst als Wechsel zwischen Distanz und Nähe empfinde – zwischen Kälte und Wärme.
Auch Schrift und Zeichen spielen eine wichtige Rolle. Sie sind für mich keine klar lesbaren Botschaften, sondern Hinweise auf Sprache, auf das Unbewusste, auf das, was sich nicht vollständig aussprechen lässt.
Ich bewege mich mit diesem Werk im Spannungsfeld zwischen expressiver Malerei und einer Bildsprache, die stark von urbanen Strukturen geprägt ist.
Mich interessiert das Rohe, das Überlagerte, das Fragmentarische – Oberflächen, die Spuren tragen und Geschichten in sich aufnehmen.
Der Körper ist in diesem Zusammenhang kein festes Motiv, sondern ein Teil eines Systems. Er wird nicht übermalt im Sinne von Auslöschung, sondern eingebunden in einen Prozess. Für mich ist Überlagerung eine produktive Bewegung – ein Denken in Schichten, ein ständiges Weiterentwickeln von Bedeutung.
Im Kontext von „Systeme der Bewegung“ sehe ich dieses Werk im Themenfeld „Auflösung und Wandel“. Bewegung bedeutet für mich hier nicht nur körperliche Dynamik, sondern auch Bewegung im Denken, Erinnern und Wahrnehmen.
„Überlagerung“ ist für mich ein Übergangswerk – eine Art Scharnier zwischen verschiedenen Phasen meines Arbeitens. Es verdichtet viele meiner zentralen Fragen:
Wie entsteht Identität?
Wie lagert sich Erinnerung ab?
Und wie kann Malerei diese inneren Prozesse sichtbar machen?
Das Bild bleibt bewusst offen. Es ist kein abgeschlossenes System, sondern ein lebendiger Zustand – ein Raum, in dem sich Bedeutung ständig verschiebt.