Zeichen im Widerstand
- Erstellungsjahr:
- 2022
- Technik / Medium:
- Acryl, Kreide
- Träger:
- Leinwand
- Thema:
- Erinnerungen, Wahrnehmung, Chaos
Dieses Bild entsteht aus einem inneren Druck heraus. Linien, Farben und Formen stoßen aufeinander, überlagern sich, widersprechen sich. Nichts fügt sich sofort – und genau darin liegt für mich seine Wahrheit. Ich arbeite gegen die Erwartung von Ordnung, gegen das Glatte, gegen das schnelle Verstehen.
„Zeichen im Widerstand“ ist für mich auch eine Haltung zur Welt. Wir leben in einer Zeit, die nach Klarheit, Einordnung und Vereinfachung verlangt. Dieses Bild verweigert sich dem. Es hält dagegen – mit Brüchen, mit Überlagerungen, mit Uneindeutigkeit. Es zeigt, dass Wirklichkeit oft komplex, widersprüchlich und nicht sofort lesbar ist.
Jede Spur in diesem Bild ist ein Versuch, sichtbar zu bleiben. Ein Zeichen, das sich behauptet, auch wenn es überdeckt wird. Ich lasse Dinge stehen, übermale sie, greife sie wieder auf. So entsteht ein Prozess, der eher einem Ringen gleicht als einem Plan.
Für mich ist das ein persönlicher Widerstand: nicht alles zu glätten, nicht alles zu erklären, nicht alles anzupassen. Stattdessen Raum zu lassen für Reibung, für Spannung, für das Unfertige.
Dieses Bild ist kein fertiges Statement – es ist ein offener Zustand.
Ein Dagegenhalten. Und vielleicht auch eine Einladung, genauer hinzusehen und die Vielschichtigkeit auszuhalten.